Azoren und Lissabon – Radreise oder Wanderreise

Mit dem Fahrrad oder zu Fuß durch Portugal. Wir haben Lissabon und die Azoren für Sie erkundet

Unsere Reise begann in Lissabon. Eine Stadt, die uns mit ihrer Schönheit begeisterte: enge Gassen, Kopfsteinpflaster, das Klackern der Straßenbahnen und der Blick auf den Tejo, der sich weit in den Atlantik öffnet. 

Nach diesen ersten Tagen in der portugiesischen Hauptstadt führte uns der Weg weiter hinaus in den Atlantik – auf die Azoren. Der Kontrast hätte größer kaum sein können. Statt umtriebiges Treiben und Stadtlärm empfingen uns grüne Weiten, Vulkankrater, Nebelschwaden und eine Natur, die den Takt vorgibt. Ob zu Fuß oder mit dem Rad: Bewegung wurde hier zum natürlichen Bestandteil des Tages, eingebettet in eine Landschaft, die Ruhe ausstrahlt, ohne langweilig zu sein.

Die Azoren fordern Aufmerksamkeit, aber nicht Tempo. Man bleibt stehen, schaut, hört zu. Seen, Küsten und kleine Ortschaften erzählen ihre eigenen Geschichten – leise, aber eindrücklich. 

Mit der Hauptstadt, welche zu den schönsten europäischen Städten gehört und den wunderschönen Azoren haben wir ein Ziel gefunden, welches uns absolut begeistert hat.

Lissabon

Lissabon – Kultur, Geschichte & Lebensgefühl

Freitag, 10.10.2025 – Anreise & Belém

Flug von Frankfurt (FRA) nach Lissabon (LIS). Nach pünktlicher Ankunft am Flughafen wurde die Uhr um eine Stunde zurückgestellt. Die Taxifahrt vom Flughafen ins Zentrum kostete 27 €. Der freundliche Taxifahrer gab uns erste Tipps, unter anderem einen Besuch in Sintra sowie eine Fahrt mit der berühmten Tram 28.

Bereits um 9:00 Uhr portugiesischer Zeit erreichten wir unser Hotel, das JAM Hotel. Die Zimmer waren noch nicht bezugsfertig, das Gepäck konnten wir problemlos deponieren. Nach einem kurzen Umziehen machten wir uns direkt auf den Weg und stiegen spontan in eine Straßenbahn Richtung Belém – eine gute Entscheidung. Fahrkarten lassen sich unkompliziert an Automaten oder direkt mit Kreditkarte bezahlen. 

Am Torre de Belém stiegen wir aus. Der Turm war zwar eingerüstet, dennoch lohnten sich einige Fotos. Das hier gezeigte Foto ist aus unserem Archiv von Launer-Reisen.

Der Torre del Belem ist eines der Wahrzeichen von Lissabon. 

Anschließend spazierten wir am Tejo entlang bis zum Padrão dos Descobrimentos (Seefahrerdenkmal), das 1940 zur Portugiesischen Weltausstellung errichtet wurde. Ich kann mich heute noch erinnern an die alten Lichtbildervorträge unseres ehemaligen Reiseleiters Rudolf Blank aus Dinkelsbühl, der in den 60er Jahren bereits mit seinem VW-Käfer nach Lissabon in den Ferien gefahren ist. Er zeigte diese Fotos stets mit großer Demut und Anerkennung der Portugiesischen Seefahrerkultur aus dem 15. Und 16. Jahrhundert.

Das Seefahrerdenkmal ist etwa 56 Meter hoch und ist eine bekannte Silhouette am Tejo. Auf beiden Seiten stehen 33 Figuren aus der Portugiesischen Geschichte.  

Danach besuchten wir das Hieronymus-Kloster. In Lissabon geht es „Schlag um Schlag“ mit den Sehenswürdigkeiten.  Wichtig zu wissen: Der Eintritt in die Kirche ist kostenlos, nur das Museum kostet extra. Entsprechend groß ist die Schlange am Museum, während man zur Kirche meist nur kurz wartet. Im Inneren wird derzeit renoviert, sodass der Hochaltar nicht vollständig sichtbar war. Fotografieren ist erlaubt – allerdings ohne Blitz oder Stativ. In der Klosterkirche befinden sich die Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten, darunter der berühmte Seefahrer Vasco da Gama. Das Kloster steht für die große Zeit der Portugieser als Seefahrernation. 

Hieronymus-Kloster in Lissabon – Heute gehört das Kloster zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Es ist eines der wichtigsten historischen Bauwerke Portugals.

Unmittelbar danach ging es zu den legendären Pastéis de Belém. Nach etwa fünf Minuten Wartezeit betraten wir eines der bekanntesten Cafés und Backhäuser der Welt – ein Pflichtbesuch in Lissabon. Oft warten Besucher hier bis zu einer Stunde. Wir bekamen sofort einen Tisch. Die Bedienung war schnell und freundlich. Cappuccino wird hier anders interpretiert als bei uns (Es wird Café mit Sahne serviert), daher empfiehlt sich klassisch: Espresso und Pastéis de Nata. Die berühmten Törtchen mit Vanillecreme stammen ursprünglich aus der Rezeptur der Mönche des Hieronymus-Klosters. Die Preise empfanden wir als überraschend moderat. Besonders interessant: Durch ein Fenster kann man bei der Herstellung der Pastéis zusehen.

 

Im legendären Pastéis de Belém nimmt man sich Zeit. Neben Café (hier der Cappuccino mit Sahne) ein Gläschen Wein und natürlich die Pastéis de Nata. 

Pastéis de Belém – Der Verkaufsraum bzw. Laden. Hier kann man schön sehen, dass es sich um eines der bedeutendsten Caféhäuser der Welt handelt.

Am Bahnhof Cais do Sodré, nahe unserem Hotel, kauften wir eine 3-Tages-Fahrkarte für zwei Personen für 43 €. Sie gilt für Tram, Bus und historische Bahnen. Zwar ist auch Kreditkartenzahlung möglich, doch das Ticket ist günstiger. Wichtig: In allen Verkehrsmitteln muss die Karte an den Entwerter gehalten werden.

Am Nachmittag fuhren wir Richtung Zentrum zum Praça do Comércio, dem größten Platz Lissabons (30.000 m²), früher der Platz des Handels. In der Mitte steht das Reiterstandbild von König José I. (Regierungszeit 1750–1777). Der Platz ist ein zentraler Treffpunkt, besonders stimmungsvoll am Abend.

 

Praça do Comércio, dem größten Platz Lissabons (30.000 m²), früher der Platz des Handels

Wir kehrten im Restaurant des Museu da Cerveja ein. Wer dort etwas isst oder trinkt, kann das kleine Biermuseum kostenlos besuchen. Überraschend für ein südländisches Land: Portugal hat eine ausgeprägte Bierkultur – inklusive eines Bieraltars. Die doppelwandigen Biergläser in Tulpenform waren etwas Besonderes.  

Die bekannte Cervejaria Trindade in Lissabon befindet sich in einem ehemaligen Kloster der Trinitarier aus dem 13. Jahrhundert. Die ehemalige Klosterkirche wurde später einfach zu einer Brauerei umfunktioniert. Dort, wo früher ein kirchlicher Altar stand, befindet sich heute ein auffälliger Bier-Ausschank, der oft als „Bieraltar“ bezeichnet wird. 

Dass dies ausgerechnet in einem Weinland geschieht, ist Teil des Kontrasts – und genau das macht den Reiz dieses Ortes aus.


Der „Bieraltar“ in einem ehemaligen Kloster

Samstag, 11.10.2025 – Kathedrale, Burg & Altstadt

Am Morgen lief ein riesiges Kreuzfahrtschiff mit über 5.000 Passagieren in den Hafen ein. Dennoch verteilten sich die Besucher gut – Lissabon ist weitläufig.

Erster Programmpunkt am heutigen Tag war die Kathedrale Santa Maria Maior , auch Kathedrale Sé de Lisboa genannt. Nach kurzer Wartezeit kauften wir Tickets für 7 € pro Person. Die Kathedrale ist eines der ältesten und bedeutendsten Bauwerke der Stadt. Außen romanisch und wehrhaft wie eine Festung, im Inneren ein Mix aus verschiedenen Baustilen. Besonders beeindruckend war das Ölgemälde der Judith mit dem Haupt des Holofernes, ein häufiges Motiv in katholischen Kirchen. Judith gilt als Sinnbild für Mut, Klugheit und den Kampf gegen das Böse – auch wenn sie historisch wohl nie existiert hat.

Vom Turm der Kathedrale bot sich ein schöner Blick über die Stadt. Im Innenhof ist eine eindrucksvolle Fensterrosette mit Christusfigur und den zwölf Aposteln zu sehen. Außerdem gibt es einen Kirchenschatz, liturgische Gewänder sowie eine alte barocke Krippe. Die Seitenkapelle des Heiligen Vinzenz von Saragossa machte die Kathedrale auch für Jakobspilger bedeutend.

Die Kathedrale Santa Maria Maior in Lissabon sollte unbedingt angeschaut werden. Der Eintritt

Judith – bekannt aus dem dem Alten Testament. Sie rettet ihr Volk, indem sie den feindlichen Feldherrn Holofernes mit seinem Schwert tötet. 

Anschließend stiegen wir zur Burg São Jorge hinauf, dem Wahrzeichen Lissabons. Der Eintritt kostete 15 €, Wartezeit etwa 15 Minuten. Online-Tickets hätten Wartezeit gespart. Die weitläufige Anlage ließ die Besucherströme gut verteilen. Von hier hat man einen grandiosen Blick auf den Tejo, die Ponte 25 de Abril und die Christusstatue auf der gegenüberliegenden Flussseite. Archäologische Funde belegen eine Nutzung des Burgbergs bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. Auffällig: die zahlreichen Pfauen in der Anlage.

Zur Burg gehört auch die Legende der Maurentochter Fátima und des Ritters Alfonso, deren Liebesgeschichte schließlich dem berühmten Pilgerort Fátima seinen Namen gab.

Die Burg São Jorge in Lissabon

Beim Abstieg durch die Altstadt kehrten wir in ein kleines, von Einheimischen frequentiertes Restaurant ein. Dort aßen wir eine Bifana – ein warmes Schweinefleisch-Sandwich mit mariniertem Fleisch im knusprigen Brötchen. Einfach, herzhaft, typisch portugiesisch. Dazu empfahl man uns einen Lim Gin, kräftig gemixt und mit etwas Show serviert.

Am Abend besuchten wir den Time Out Market, eine ehemalige Markthalle von 1882, die 2014 in einen Markt- und einen gastronomischen Bereich geteilt wurde. Heute bieten über 36 Stände – darunter auch Sterneköche – Spezialitäten aus ganz Portugal an. Große Gemeinschaftstische fördern internationale Begegnungen. Unser Tipp: Zu zweit jeweils nur ein Gericht bestellen, um möglichst viel probieren zu können. Ein schöner Abend mit Gesprächen, unter anderem mit einem kanadischen Ingenieur. 

Sonntag, 12.10.2025 – Tram 28, Estrela & Fado 

Nach dem Frühstück spazierten wir zur Basílica da Estrela. Auf dem Weg sahen wir eindrucksvolle Wandmalereien. Die klassizistische Kirche mit großer Kuppel beherbergt das Grabmal von Königin Maria I., der ersten regierenden Königin Portugals. Die Basilika wurde 1790 als Erfüllung eines Gelübdes vollendet.

Direkt vor der Kirche stiegen wir in die berühmte Tram 28E ein. Die Bahn war sehr voll, doch die Fahrt durch die engen Gassen gehört zu den klassischen Lissabon-Erlebnissen. Die Linie führt an der Sé vorbei und bietet immer wieder Blicke auf die Burg.

Danach kehrten wir im historischen Café Baltazar Castanheiro ein. Ein Spaziergang durch die Rua Augusta, Lissabons bekannteste Fußgängerzone, durfte nicht fehlen – inklusive Straßenmusik und einem Abstecher am Ronaldo-Fanshop.

Am Abend entschieden wir uns für einen Fado-Abend im traditionsreichen Clube de Fado A Severa, dem ältesten Fado-Lokal der Stadt. Der Eintritt ist frei, Konsumation verpflichtend. Drei Sänger und zwei Musiker sorgten für einen intensiven, emotionalen Abend. Mit Menü und Wein kostete der Abend rund 100 € pro Person – aus unserer Sicht jeden Euro wert.

Wir waren beeindruckt von der Musik und dem Fado-Gesang. Auch das Essen war sehr gut. Wer sich etwas gönnen möchte, besucht am Abend ein Fadolokal

Montag, 13.10.2025 – Tejo &  – Flug nach Faial (Horta) – Azoren – Natur, Vulkane & Inselwelten

Am frühen Morgen spazierten wir entlang des Tejo Richtung Belém und erlebten einen wunderschönen Sonnenaufgang. Die Ponte 25 de Abril erinnert stark an die Golden Gate Bridge – kein Zufall, der Architekt war derselbe. Auf der anderen Seite des Flusses sahen wir die Cristo-Rei-Statue, errichtet aus Dankbarkeit dafür, dass Portugal im Zweiten Weltkrieg nicht aktiv beteiligt war. Das Original in Rio wurde 1931 eingeweiht, die Statue in Lissabon 1959.

Nach etwa 7 km Spaziergang ging es zurück ins Hotel und anschließend mit dem Taxi zum Flughafen.

Ankunft in Horta auf der Insel Faial. Unsere Reiseleiterin begrüßte uns herzlich. Leider fiel die geplante Walbeobachtung aus.

Das Abendessen haben wir im Peter’s Café Sport in Horta eingenommen. Das legendäre Peter ist berühmt in Horta, weil es nicht nur ein Lokal, sondern auch die Poststelle für sämtliche Weltsegler ist. Die Einrichtung ist äußerst romantisch mit unzählig vielen Bildern, Länderflaggen und maritimer Ausrüstung. Typisch beliebt ist der Gin Tonic Gin do Mar – natürlich haben wir den probiert – und dort auch sehr gut gegessen. 

Peter’s Café Sport in Horta – natürlich haben wir auch den Gin Tonic do Mar probiert

Dienstag, 14.10.2025 – Faial: Caldeira, Capelinhos & Horta

Wir wurden morgens mit einem kleinen Bus abgeholt und sind Richtung Vulkankegel Caldeira de Faial gefahren. Leider hatten wir Pech: sehr neblig und regnerisch – was zu den Azoren nun ebenso gehört – sodass die Sicht auf den Krater nicht möglich war. 

Weiterfahrt zum Museu / Centre des Capelinhos-Vulkans. Leider gab es Stromausfall im ganzen Museum (alles unterirdisch), und wir konnten das Museum nicht besichtigen.

Wir haben Bilder von außen gemacht und sind auf den Capelinhos raufgewandert – mit schönem Blick auf das Meer. Anschließend Rückfahrt zum Hotel in Horta.

Zuerst haben wir die Galerie der Kapitäne angeschaut, die am Hafen ankommen. Das ist einzigartig in Horta. 
Die Galeria dos Capitães ist ein weltweit bekannter Bereich im Hafen von Horta, wo seit Jahrzehnten Segler aus aller Welt ihre Boots- und Regatta-Markierungen, Wappen, Schilder und Kunstwerke an den Hafenmauern und Fassaden hinterlassen. 

 

Die Galeria dos Capitães ist ein weltweit bekannter Bereich im Hafen von Horta – auf diesem Bild ist auch der Pico zu sehen, Portugals höchster Berg

Danach haben wir das Museu da Horta besichtigt. Es geht um Seefahrt und die Technik der Telegraphie Anfang des 20. Jahrhunderts (1900–1930). Dabei war Horta ein wichtiger Schnittpunkt für die Telegraphie. Auch wurden Exponate von alter Taucherausrüstung gezeigt. Eintritt pro Person: 2 Euro. Das Museum ist sehenswert. 

Mittwoch, 15.10.2025 – Fährüberfahrt von Faial zur Insel Pico / Wein, Windmühlen & Walfanggeschichte

Früher Start zur Fähre. Trotz Inlandsreise Ausweiskontrolle – ungewöhnlich, aber wohl üblich bei den stolzen Insulaner. Überfahrt nach Pico dauerte 30 Minuten.

Rundfahrt über die Insel mit Weinbergen, Lavaparzellen und Windmühlen. Besuch der Wallfahrtskirche São Mateus (Ursprung 1542, heutiger Bau ab 1838). In Lajes do Pico haben wir das Walfangmuseum angeschaut – auch mit einem alten Videofilm über den klassischen Walfang.

Der Walfang wurde 1987 auf den Azoren eingestellt. Durchschnittlich wurden zweimal pro Woche ein Wal gefangen. Der Wal wurde genutzt für Tran als Öl – ein wichtiger Wirtschaftszweig damals. In dem Film haben wir gesehen, dass im Dorf fast jeder damit etwas zu tun hatte. Wenn der Walspäher einen Wal gesehen hat, sind alle losgerannt, um ihre Schiffe zu holen. Auch der Barbier, der gerade beim Haareschneiden war, hat seinen Kunden einfach sitzen lassen.

Vom Walfang wurden Öl und Knochen verkauft: Lampen, Öl, Dünger und Kosmetik. Das Fleisch wurde meist lokal benutzt.

Auf Pico ist das Walfangmuseum interessant. Gott sei Dank wurde der Walfang 1987 auf den Azoren eingestellt. Es war ein blutiges und grausames Gemetzel, wenn die Wale mit Harpune abgeschlachtet wurden.

Nach dem Walmuseum sind wir von Lajes do Pico quer über die Insel nach São Roque do Pico gefahren. Wir haben geglaubt, dass wir in Irland oder Schottland sind. Die Landschaft war grün, unzählige Kühe waren unterwegs, und viele Hortensien haben noch geblüht (die Hauptblütezeit ist jedoch Juli und August).

Das Gebiet nannte sich São Roque do Pico. Das Wetter war perfekt, und die Lichtverhältnisse sehr schön. 

Landschaft auf der Insel Pico nähe São Roque do Pico – Traumhaft schön und sehr grün

In São Roque do Pico haben wir in einem sehr guten Lokal Mittag (Clube Naval de Sao Roque do Pico) gegessen. Für wenig Geld gab es ein komplettes Buffet mit verschiedenen Fleischarten, Fisch, Salaten, Suppen – Wein und Wasser waren ebenso inklusive.

Auf dem Weg nach Madalena zum Fährhafen haben wir noch bei Lajido / Santa Luzia einen Stopp gemacht. Hier haben wir eine Destillerie angeschaut und sind ein wenig im Dorf spazieren gewesen.

Bevor es in Madalena zum Fährhafen ging, haben wir noch das Weinmuseum angeschaut. Hier gab es einen Park mit vielen großen Drachenbäumen.

In Madalena hatten wir dann noch Freizeit. Wir haben die Kirche von Madalena angeschaut und sind in einer urigen Kneipe eingekehrt, um etwas zu trinken.

Anschließend sind wir mit der Fähre zurück auf die Insel Faial gefahren.

Manchmal sind es eben die einfachen Dinge des Lebens. Hier ein schöner Drachenbaum in Madalena

Donnerstag, 16.10.2025 – Fähre Faial nach São Jorge

Fährüberfahrt nach São Jorge mit Gepäckabgabe wie am Flughafen. Die Insulaner nehmen ihren Fährhafen sehr wichtig. Wir haben unser Gepäck auf einem Rollband aufgegeben und erhielten Kofferanhänger.

Ankunft in Velas, Check-in im Hotel São Jorge Garden. Salzwasserpool getestet – erfrischend kühl.

Zuvor haben wir den Hausberg Morro Grande, auch ein ehemaliger Vulkan, abgewandert. Es ist eine leichte Wanderung auf einem breiten Weg, wo auch zum Beispiel Jeeps fahren können. Der Einstieg war hinter einer kleinen Kirche.

Hier haben wir erstmalig viele kleine Eidechsen gesehen. Auch haben wir die bunten orangenen Wandelröschen (Lantana camara) zum ersten Mal gesehen.

Ein Schafhirte ist uns mit seinem Jeep begegnet. Oben auf dem Berg gibt es einen Turm – zuerst dachten wir, es ist ein alter Genuesenturm, aber es war ein Turm für die Walbeobachter.

Die Wanderung hat uns verschiedene Ausblicke gegeben, ist sehr lohnenswert – und vor allem hatten wir teilweise das Gefühl, wir sind in Afrika, was die Vegetation anbelangt. Landschaftlich wirklich sehr schön, auch mit Blick auf Meer und Felsen, die steil ins Meer abfallen. Wir waren von dem kleinen Berg begeistert.

Auf dem kleinen Hausberg Morro Grande oder auch Morro das Velas in Velas hat es uns gefallen. Einfache Wanderung und viele verschiedene Ausblicke

Freitag, 17.10.2025 – São Jorge intensiv – Käse, Urzelina, Manadas & Kaffeeplantage

Kurzer Stopp an einer Käserei (berühmt für São-Jorge-Käse). In Urzelina Besichtigung des erhaltenen Kirchturms nach dem Vulkanausbruch von 1808 – heute Wahrzeichen. An der Kirche befand sich auch ein Gedicht des bekannten azoreanischen Philosophen Urbano Bettencourt. Urbano beschreibt den Tag des Vulkanausbruchs romantisch – mit Worten wie („Ich habe so viel Sehnsucht wie Sandkörner das Meer hat …“). Der Philosoph wird auf den Azoren sehr verehrt.

Auf der Insel gibt es viele kleine Windmühlen. Auf einer Plattform haben wir ein Fotoshooting gemacht: Alle durften in die Höhe springen – so wollte es unsere Reiseleiterin.

Höhepunkt des Tages: die Kirche Santa Bárbara in Manadas (1770). Die Kirche kostete 2 Euro Eintritt pro Person. Sie wurde 1770 erbaut. Die Kirche gilt als eine der eindrucksvollsten Dorfkirchen der Azoren.

Von außen sieht sie völlig unscheinbar aus – so wie nahezu alle Kirchen auf den Azoren. Betritt man jedoch die Kirche, wird man von der kunstvollen Ausstattung nahezu erdrückt. Selten haben wir eine so wunderschöne Kirche erleben dürfen wie die Barockkapelle der heiligen Barbara in Manadas.

Im Altarraum befinden sich wunderschöne blau-weiße Keramikfliesen. Das ist in sämtlichen Kirchen auf dem Archipel üblich. Allerdings dürfte dieses Gotteshaus mit seinem vergoldeten Schnitzwerk zu den schönsten gehören.

Eine weitere Eigenart der Kirchen auf den Azoren ist das Império. Damit ist gemeint, dass es neben den Kirchen noch kleine Kapellen für den Heiligen Geist gibt – ein Reich sozusagen für den Heiligen Geist. Fast jede Gemeinde besitzt ein eigenes Império. Sie sind Zentren der jährlichen Heilig-Geist-Feste, die auf den Azoren stattfinden, aber auch in ganz Portugal.

Kirche Santa Barbara in Manadas – von außen sieht die Kirche unscheinbar aus. Der Innenraum ist ein Juwel

Kirche Santa Barbara / Igreja de Santa Bárbara in Manadas – der großartige Innenraum

Auf unserer Tour sahen wir schöne Ausblicke aufs Meer und konnten auch schöne Landzungen, sogenannte Fajãs, sehen. Meistens sind diese Fajãs auf São Jorge durch erkaltete Lavaflüsse entstanden.

Die Fajã dos Vimes mit dem Ort Calheta ist jedoch bekannt durch die Familie Nunes. Die Familie hat die einzige Kaffeeplantage auf dem Archipel – vom Anbau des Kaffees bis zur Röstung und dem Vertrieb im eigenen Kaffeehaus ist das einmalig.

Die Familie Nunes besitzt wirklich nur eine Mini-Plantage. Wir haben zweimal 100 g Kaffee zu je 10 € gekauft. Das dürfte wohl der teuerste Kaffee aller Zeiten gewesen sein, den wir je gekauft haben. Natürlich haben wir bei Herrn Nunes auch einen Kaffee getrunken. Im Haus befinden sich im Obergeschoss auch noch mehrere alte Webstühle, die wir angeschaut haben. 

Abends sind wir nach Velas zurückgekehrt und haben noch eine kleine Wanderung unternommen. In der Nähe unseres Hotels gibt es eine große „Steingrotte“, ein großes Steinmaul – hier haben wir ein Foto gemacht, das auch spektakulär aussieht. Velas besitzt für die ganz sportlichen sogar einen Trimm-Dich-Pfad. Diesen sind wir ebenso hochgewandert und haben die Aussicht auf das Dorf Velas genossen.

Steinmaul bzw. Steingrotte von Velas / Azoren

Samstag, 18.10.2025 – Wanderung Ponta dos Rosais – Wanderung zum Leuchtturm

Mit einem Privattaxi, mit Ute, Andrea und Peter (2 Gäste unserer Gruppe) sind wir zum Startpunkt nahe Santo Amaro gefahren.

Der Wanderweg war einfach. Entlang des Weges gab es noch viele Hortensien, die blühten. Viele Milchkühe weideten entlang der Strecke.

Am Ziel befand sich ein alter Leuchtturm mit Gebäuden, die jedoch nicht betreten werden durften (Einsturzgefahr). Es ist eine Art Lost Place.

In der Nähe befand sich eine Walbeobachtungsplattform auf 260 m Höhe, leider ohne Fernsicht. Nach der Wanderung sind wir mit dem Taxi zurück nach Velas gefahren. 

Einmal im Meer schwimmen – das sollte schon sein. So sind wir zu den Meer-Schwimmbecken von Velas gegangen. Die Becken sind etwas geschützt und wärmen sich bei Sonne auch etwas auf.

Nach dem Schwimmen haben wir noch einen Spaziergang durch den Ort gemacht und sind auch zum Friedhof, dem sogenannten Cemiterio de Velas, gelangt. Einige Grabkapellen waren sehr beeindruckend und gehören sicherlich reichen Bürgern von Velas.

Am Abend sind wir dann schön zum Essen ins Restaurant Acor gegangen. Das Restaurant liegt direkt am Kirchplatz. Die Temperaturen waren mild, so konnten wir draußen sitzen – bei Wein und gutem Essen.

Meerschwimmbecken Velas auf der Insel São Jorge – Im Oktober hatte das Wasser immerhin noch gute 19 Grad

Am Abend sind wir dann noch schön zum Essen im Restaurant Acor gegangen. Das Restaurant liegt direkt am Kirchplatz, dem Largo da Matriz.  Die Temperaturen waren mild, so konnten wir außen sitzen bei Wein und gutem Essen. Der Platz ist wunderschön und von hier aus konnten wir schön die gut gelaunten Menschen beobachten. 

Auf der Speisekarte stehen portugiesisch-mediterrane Klassiker aus dem Meer sowie gegrillte Spezialitäten, dazu ein Glas regionaler Hauswein. Die Außenterrasse mit Blick auf das historische Zentrum lädt an lauen Abenden zum Verweilen ein. Die Kirche von Velas (Igreja Matriz de São Jorge) steht ruhig und selbstverständlich im Zentrum des Ortes. Ihr weiß-dunkler Basaltkontrast, der massive Glockenturm und die klare Fassade wirken bei Nacht fast noch eindrucksvoller als am Tag. Wir haben uns die Kirche am Tag angeschaut: Kein Prunk, keine Überhöhung – sondern eine Kirche, die Teil des Alltags ist.

Im Inneren setzt sich das fort: schlicht, ausgewogen, von Licht und Stille geprägt. Die bunten Glasfenster geben dem Raum Farbe, ohne ihn zu dominieren. Es ist ein Ort, der nicht überwältigen will, sondern sammelt – Gedanken, Gespräche, den Tag.

Abendessen in Velas Restaurant Acor am Kirchplatz bei der Kirche Igreja Matriz de São Jorge. Wir haben hier 2 mal gut gegessen und getrunken. Die Stimmung und die Lage ist einfach perfekt. 

Sonntag, 19. & Montag, 20.10.2025 – Wetterbedingte Verzögerung

Flugausfall, angeblich wegen schlechten Wetters. Das hatte uns etwas überrascht. Aber das gehört auch zu den Azoren. Und wir haben das Wetter eigentlich gut und warm empfunden.  Hotelübernachtung und Essensgutscheine wurden gestellt. Somit haben wir weitere Spaziergänge und Wanderungen rund um Velas unternommen. Besuch des Jardim da República. In der Mitte befindet sich eine Art Rondell mit vielen Blumen und zahlreichen Bänken zum Sitzen.

Zwei alte Azoreaner saßen uns gegenüber und haben sich sehr angeregt unterhalten – bestimmt über Politik oder was es zum Mittagessen geben wird.

Zwei alte Azoreaner saßen uns gegenüber und haben sich sehr angeregt unterhalten – bestimmt über Politik oder was es zum Mittagessen geben wird.

Im Jardim da República am Rondell stand ein Schild mit einem Gedicht von Anselmo da Silveira (aus Angra, Jahr 1949). Übersetzt vom Portugiesischen ins Deutsche steht dort:

Velas, so schön!
Hingeschmiegt ans Meer…
Nie sah ich eine schönere,
nicht einmal vom Mond geküsst.

Oh Insel unendlicher Anmut!
Fern von dir, in Gedanken…
Meine Sehnsucht endet nie,
sie pocht im Herzen fort.

Die Tage – wie Ewigkeit,
in schmerzlicher Trennung…
Wenn Freundschaft erkaltet,
ist die Einsamkeit um so heißer.

Je süßer die Sehnsucht,
desto tiefer quält das Herz! 

In Velas befindet sich der Jardim da República. Ein hübscher Garten zum Entspannen

Montag, 20.10.2025 – Weiterflug nach São Miguel – Hauptort Ponta Delgada

Am Nachmittag Flug mit Turboprop-Maschine nach Ponta Delgada. Check-in im Hotel Marina Atlântico. Abendlicher Spaziergang durch die Altstadt mit Stadttor, der Kirche Igreja Matriz de São Sebastião — die Hauptkirche von Ponta Delgada. Wenn man vom Stadttor in die Altstadt blickt, ist diese Kirche ein sehr auffälliges Sakralgebäude mit Turm und Kirchturmuhr. 

Ponta Delgada Stadttor und die Kirche Igreja Matriz Sao Sebastiao / Mann/Frau beachte auch den schönen Fußboden 

Im Hauptort der Azoren, in Ponta Delgada befindet sich auch das Rathaus – unscheinbar auf den ersten Blick, aber voller Charakter. Die dunkle Basaltfassade, die ruhige Symmetrie und die breite Steintreppe erzählen von einer Zeit, in der Gebäude noch für Generationen gebaut wurden. Ursprünglich als Adelspalais errichtet, ist es heute das Herz der Stadtverwaltung – ohne laut zu sein, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Der kleine Glockenturm wirkt wie ein stiller Beobachter des Alltags. 
Dennoch hat dieser Platz Symbolcharakter:

Auf dem Sockel vor dem Rathaus von Ponta Delgada steht Gonçalo Velho Cabral.

Er gilt als der Entdecker der Azoren im Auftrag Heinrichs des Seefahrers im 15. Jahrhundert und damit als eine Schlüsselfigur der azorischen Geschichte. Die Statue zeigt ihn in typischer Pose eines Entdeckers: aufrecht stehend, den Blick und die Hand nach vorne bzw. oben gerichtet – sinnbildlich für Aufbruch, Orientierung und Navigation.

Der Brunnen und die Figur bilden gemeinsam ein bewusstes Ensemble:

  • das Wasser als zentrales Element des Atlantiks,

  • der Entdecker als Verbindung zwischen Europa und den abgelegenen Inseln,

  • dahinter das Rathaus als Zeichen der späteren, zivilen Ordnung.

Gerade auf diesem Platz wird deutlich, wie sehr in Ponta Delgada Geschichte, Seefahrt und heutiges Leben miteinander verwoben sind.  

Rathaus von Ponta Delgada und der Entdecker der Azoren Gonçalo Velho Cabral

Dienstag, 21.10.2025 – Große Inselrundfahrt auf São Miguel – Sete Cidades & Vista do Rei & Caldeiras das Furnas & Teeplantage

Bei der heutigen Rundtour auf São Miguel besuchten wir vormittags bei Lagoa eine Töpferei. In Vila Franca do Campo machten wir einen Stopp in der bekannten Bäckerei Do Mogrado. Hier werden Queijadas da Vila gebacken. 

Die Queijadas von Vila Franca do Campo sind eine der bekanntesten Süßspeisen der Azoren. Das kleine, runde Gebäck besteht aus einem feinen Mürbeteig und einer saftigen Füllung aus frischer Milch, Eiern und Zucker – schlicht in den Zutaten, aber erstaunlich aromatisch. Die kleine und feine Süßspeise aus zartem Teig mit cremiger, pudding- bzw. käseartiger Füllung hat uns sehr gut geschmeckt. 

Die Bäckerei Do Morgado gilt als die traditionsreichste Adresse dafür. Seit dem 19. Jahrhundert werden hier die Queijadas nach überliefertem Rezept gebacken. Warm aus der Theke, leicht karamellisiert und duftend, sind sie mehr als eine Süßigkeit – sie sind ein Stück azorische Identität, das man am besten direkt vor Ort genießt.

Einfach lecker die Queijadas – Wir haben Sie gleich an Ort und Stelle gegessen bei einer guten Tasse Kaffee. Auf die Kalorien haben wir nicht geschaut. 

Ein Höhepunkt der Azorenreise war Sete Cidades auf São Miguel. Die beiden Kraterseen – einer blau, einer grün – gehören zu den eindrucksvollsten Naturwundern des Archipels.

Der Legende nach liebte die Tochter eines Königs einen einfachen Hirten, durfte ihn jedoch nicht heiraten. Als sie Abschied nahmen, weinte sie Tränen so blau wie ihre Augen, er Tränen so grün wie seine. Aus diesen Tränen entstanden die beiden Seen.

Der berühmteste Aussichtspunkt ist der Vista do Rei – der „Königsausblick“. Direkt daneben steht ein verlassener Lost Place: ein ehemaliges 5-Sterne-Hotel mit rund 206 Zimmern, das nur 1,5 Jahre in Betrieb ging. Es wurde 1989 eröffnet um 1990 wegen mangelnder Gäste wieder geschlossen zu werden. Die Begeisterung der Landschaft durch den Erbauer des Hotels hatte sich leider nicht gelohnt, da auf diesem Teil der Insel leider auch das Wetter sehr oft alles andere als angenehm ist. Wir hatten auch das unangenehme Wetter und „Null Aussicht“. Heute wirkt das Hotel wie ein Mahnmal gescheiterter Großprojekte – und bildet einen faszinierenden Kontrast zur unberührten Natur der Kraterlandschaft.

Malerischer Blick auf die Kraterseen Lagoa Verde und Lagoa Azul bei Sete Cidades. Türkis schimmerndes Wasser, blühende Hortensien und die sanfte Berglandschaft bilden ein eindrucksvolles Naturpanorama. Vom Miradouro da Vista do Rei eröffnet sich eines der schönsten und bekanntesten Landschaftsbilder der Insel São Miguel auf den Azoren  (Das Foto haben wir nicht gemacht, es stammt von unserer Foto-Agentur.)

Ein Spaziergang am Lago das Furnas war zwar regnerisch aber dennoch sehr schön. Eine Besonderheit an der Westseite des Sees ist die kleine im neo-gotischen Stil erbaute Kirche. Ein wohlhabender Azorianer José do Canto ließ die Kirche und Kapelle 1886 feierlich einweihen, als Andenken an seine erkrankte Frau. Er und seine Frau sind dort bestattet. José do Canto errichtete ebenso einen Botanischen Garten, den „Mata-Jardim José do Canto“. Hier ließ er Pflanzen aus aller Welt setzen. 

Nach der Kapelle zeigte ein Hinweisschild „Araucaria heterophylla“ nach links ab. Ein Hinweisschild, welches uns eine der größten Araucarien-Bäume der Welt zeigte. Die Araucarien haben uns ebenso sehr begeistert. Daher haben wir uns nach der Reise für den Garten 2 Auraucarien bei unserem Gärtner besorgt. Hier allerdings müssen wir sagen, dass wir eine Sorte aus Südamerika, aus Chile genommen haben. Diese hält Temperaturen bis zu -15 °C aus, während die atlantischen Aurakarien nur bis ca. -5°C aushalten.  

Anschließend kamen wir zu den berühmten Caldeiras das Furnas. Dabei handelt es sich um natürliche geothermische Erdöffnungen im Vulkanboden, in denen sich die vulkanische Aktivität der Insel besonders deutlich zeigt. Aus vielen dieser Öffnungen – den sogenannten Fumarolas – steigen heißer Dampf und Gase auf. Es sprudelt, zischt und riecht intensiv nach Schwefel.

In diesen Caldeiras, die Teil dieses Fumarolenfeldes sind, werden die bekannten Eintöpfe „Cozido das Furnas“ über viele Stunden allein durch die Erdwärme gegart. Der Eintopf besteht aus Fleisch, Gemüse und Würstchen und ist ausgesprochen deftig. Für Vegetarier werden ebenfalls Varianten angeboten – selbstverständlich ohne Fleisch.

Natürlich haben wir den Eintopf mit guten Wein getestet. Wir waren bei Tony’s Restaurant in Furnas. Ein echter Schwabe würde sagen: Guter Kesselspeck und Metzelsuppe mit Gemüse.

Caldeiras, die Teil dieses Fumarolenfeldes sind – man kann die Löcher für die Eintöpfe im Vordergrund schön erkennen.

Ein weiterer Highlight des Tages war der Besuch einer bekannten Teeplantage (Cha Gorreana) in Ribeira Grande. Bei einer Führung durch die Teefabrik konnten wir über 100 Jahre alte Maschinen sehen und wie die Frauen von Hand den Tee aussortierten. Auch eine Ananasplantage war im Programm.

Auf der Teeplantage (Cha Gorreana) in Ribeira Grande auf der São Miguel 

Tag 13 bis 15: Mittwoch, 22.10.2025 – Freitag, 24.10.2025 Ponta del Gada – Terra Nostra Park und Therme

Die restlichen Tagen machten wir es uns in Ponta del Gada gemütlich. Die Stadt hat viele Restaurants und schöne kleine Winkel. 

An einem Tag sind wir mit dem Taxi zum Terra-Nostra Park gefahren. Der Terra-Nostra-Park auf São Miguel gehört zu den besonderen Orten der Azoren. Herzstück der weitläufigen Gartenanlage ist der große Thermalsee, dessen warmes, eisenhaltiges Wasser seit Jahrhunderten für seine wohltuende Wirkung bekannt ist. Umgeben von exotischen Bäumen, Palmen, Farnen und farbenprächtigen Blumen entfaltet der Park eine fast meditative Atmosphäre. 

Der große Thermalsee im Terra-Nostra-Park ist kein künstlicher Pool, sondern ein natürlich gespeistes Thermalbad, das aus vulkanischen Quellen im Furnas-Tal entsteht. Sein Wasser ist mineral- und besonders eisenreich, was ihm die charakteristische rost-braune Farbe verleiht. Seine Temperatur ist zwischen 35 bis 40 °C, je nach Wetter. Mit rund 2000 m² Wasserfläche zählt er zu den größeren Thermalbädern Europa. Er ist an der tiefsten Stelle nur ca. 1,5 m tief und kann somit für ein längeres Entspannen genutzt werden. 

Wir nutzten die Gelegenheit und badeten im warmen Thermalsee – ein außergewöhnliches Erlebnis, besonders in dieser natürlichen Umgebung. Anschließend spazierten wir in aller Ruhe durch den liebevoll angelegten Park, vorbei an alten Baumriesen, kleinen Teichen und verschlungenen Wegen. Der Terra-Nostra-Park verbindet auf eindrucksvolle Weise Natur, Entspannung und Geschichte und bleibt als einer der Höhepunkte unseres Aufenthalts auf São Miguel in Erinnerung. 

Der Thermalsee im Terra-Nostra-Park auf São Miguel zählt zu den Hauptattraktionen der Azoren. 

Ein weiterer Höhepunkt ist die bekannte Wallfahrtskirche Nossa Senhora da Paz. Diese Kirche wurde nach einer Marienerscheinung errichtet und ist der Mutter Gottes (Maria) des Friedens gewidmet. Sie thront eindrucksvoll über Vila Franca do Campo und ist schon von weitem sichtbar. Über einen langen, monumentalen Treppenaufgang (100 Stufen), gesäumt von blauen Azulejo-Fliesen, führt der Weg hinauf zur Kirche. Die Fliesen erzählen in einzelnen Bildern biblische Szenen und begleiten den Besucher Schritt für Schritt nach oben.

Oben angekommen öffnet sich ein weiter, stimmungsvoller Blick über Vila Franca do Campo und den Atlantik. Die ruhige Lage, das Licht und das Meer im Hintergrund verleihen diesem Ort eine besondere Atmosphäre – feierlich, still und zugleich sehr eindrucksvoll. Ein Platz, der nicht nur religiös, sondern auch landschaftlich zu den Höhepunkten auf São Miguel zählt. 


Die bekannte Wallfahrtskirche Nossa Senhora da Paz auf São Miguel

Die Markthalle von Ponta Delgada, welche täglich geöffnet hat war ebenso noch ein Besuch wert.  Der Mercado da Graça ist ein historischer Markt für frische Produkte, Fisch, Fleisch, Käse und regionale Spezialitäten im Stadtzentrum von São Miguel. Er gehört zu den lebendigen Treffpunkten der Insel und bietet einen guten Einblick in lokale Lebensmittel und täglichen Handel. 

Zu Ponta Delgada gehört auch noch ein kleiner exotischer Park. Der Jardim António Borges ist eine grüne Oase mitten in Ponta Delgada. Der liebevoll angelegte Park begeistert mit alten Bäumen, exotischen Pflanzen, verschlungenen Wegen und kleinen Wasserflächen. Besonders beeindruckend ist ein uralter, mächtiger Gummibaum mit seinen großen Brettwurzeln. Seine gewaltige Krone und die freiliegenden Wurzeln machen ihn zu einem der eindrucksvollsten Naturdenkmäler des Gartens. Antonio Borges hat im 19. Jhd. sämtliche Pflanzen aus aller Welt zusammengetragen. 

Der Gummibaum im exotischen Park Jardim António Borges Ponta Delgada

In Ponta Delgada gab es noch viel zu erkunden. Z.B. die Igreja de São José – die Kirche des ehemaligen Jesuitenkollegs in Ponta Delgada auf São Miguel.

Sie gilt als eines der bedeutendsten barocken Bauwerke der Azoren. Typisch sind die reich gegliederte Fassade aus dunklem Basalt und hellem Putz, die kunstvollen Fensterrahmungen sowie das große zentrale Fenster über dem Hauptportal. Die Kirche wurde im 17. Jahrhundert von den Jesuiten errichtet und diente lange als religiöses und kulturelles Zentrum der Stadt.

Heute ist die Igreja de São José nicht nur ein markantes architektonisches Wahrzeichen, sondern auch ein schönes Beispiel dafür, wie sich auf den Azoren europäischer Barockstil mit lokalen Materialien und Handwerk verbindet. Die Kirche wird heute noch für Gottesdienste genützt. Ab und zu finden auch Konzerte in der Kirche statt. 

Die Igreja de São José – die Kirche des ehemaligen Jesuitenkollegs in Ponta Delgada auf São Miguel

Das Haus gehört zu den eleganten historischen Villen Ponta Delgadas und steht beispielhaft für die bürgerliche Architektur vergangener Zeiten. Heute werden solche Gebäude häufig behutsam restauriert und teils als stilvolle Gästehäuser genutzt.

Der Rückflug nach Deutschland erfolgte mit Zwischenstopp in Lissabon mit Air Portugal. 15 erlebnisreiche Tage sind wie im Fluge vergangen. 
Fazit: Die Azoren sind eine Reise wert!

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LEVEL1 (EINSTEIGER)

Tagesleistung und Kondition: < 80 km, < 1500 Hm:

Fahrzeit:
Bis zu 4 Stunden solltest Du schon im Sattel sitzen können

Gelände: Diese Touren finden oft auch schon im alpinen Bereich statt.

MTB-Fahrtechnik: Leicht: Auch als Anfänger schaffst Du das. Du solltest Wiesenwege, Schotterstraßen und auch gut ausgebaute Wanderwege fahren können. Kleine Hindernisse wie Stufen, oder eine hervorstehende Wurzel kann vorkommen. Über Wasserrinnen zu fahren erfordert Deine Aufmerksamkeit.

Kurven:
Die Kurven sind im Normalfall leicht zu nehmen.

Gefälle und Steigung:
Gut zu meistern. Wenn es mal steil wird Beispielweise 70% dann haben wir minimale Schiebestrecken.

LEVEL 3 (KÖNNER)

Tagesleistung und Kondition: < 100 km, < 2100 Hm: Gute körperliche Fitness setzen wir voraus. Bis zu 600 Höhenmeter (aufwärts) in einer Stunde sollten Sie schaffen. Ein regelmäßiges Training ist notwendig, dass Sie Freude an der Tour haben.

Fahrzeit: Zwischen 3 bis 5 Stunden im Sattel sitzen können sollten Dir keine Probleme bereiten.

Gelände:  Meist alpines Gelände – Da wo Mountainbiken Spaß macht. Im Mittelgebirge oder Gebirge.

MTB-Fahrtechnik: Mittel bis schwer: Du solltest Dein Fahrrad schon gut im Griff haben. Wir gehen davon aus, dass Du im Jahr mit Deinem MTB im Gelände mindestens 1000 und mehr Kilometer fährst. Über Steine, Geröll, Wurzeln, Stufen und Treppen zu fahren machen Dir Spaß. Auch die Trailabfahrten erfordern hohe Konzentration und Kraft.

Kurven: mit engen Kurven wie Spitzkehren ist oft zu rechnen.  

Gefälle und Steigung: Anstiege auch mal 2 Stunden am Stück zu fahren ist für Sie keine „Überleistung“. Das Fahrrad schieben oder tragen stellt ebenso kein Problem für Sie da, wenn es zu steil aufwärts oder abwärts geht.

LEVEL 4 („PROFIS“)

Tagesleistung und Kondition: > 100 km, > 2500 Hm: Sehr gute körperliche Fitness setzen wie voraus. 600 Höhenmeter (aufwärts) und vielleicht noch darüber innerhalb einer Stunde stellt für Sie kein Problem dar. Zur Kondition sei zu sagen: Natürlich sind wir keine Mountainbike-Profi-Sportler. Aber unser Anspruch ist schon hoch. Ein regelmäßiges Training auch im Winter ist notwendig, damit Sie Freude an der Tour haben.

Fahrzeit: Zwischen 4 bis 7 Stunden im „Sattel“ bzw. mit dem Rad im Gelände zu sein sollte Ihnen keine Probleme bereiten.

Gelände:  
Alpines Gelände – Da wo Mountainbiken Spaß macht. Im Mittelgebirge oder Gebirge. Mit Geröll, schweren Steinblöcken, Stufen, Spitzkehren, umgefallene Bäume, Hindernisse jeglicher Art usw. kennen Sie sich aus.

MTB-Fahrtechnik: Schwer bis sehr schwer: Du solltest Dein Fahrrad bestens im Griff haben. Wir gehen davon aus, dass Du im Jahr mit Deinem MTB im Gelände mindestens 1500 und mehr Kilometer fährst. Über Steine, Geröll, Wurzeln, Stufen und Treppen zu fahren machen Dir Spaß. Auch die Trailabfahrten erfordern hohe Konzentration und Kraft. Extreme Steilrampen bei denen auch das Kettenblatt aufsitzt kommen vor. Tragestrecken sind ebenso logisch und dabei.

Kurven: Mit engen Kurven wie Spitzkehren ist oft zu rechnen. Ob rauf oder runter. Fahrtechnik ist gefordert!

Gefälle und Steigung: Anstiege auch mal länger wie 2 Stunden am Stück zu fahren ist für Sie keine „Überleistung“. Das Fahrrad schieben oder tragen stellt ebenso kein Problem für Sie da, wenn es zu steil aufwärts oder abwärts geht. Verblockte Trails, Felsbrocken, Erdrutsche sind Herausforderungen, die Ihnen Spaß machen.

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Wir weisen darauf hin, dass eine 100% exakte Klassifizierung nicht möglich ist. Mit unseren Einteilungen können Sie sich eine Vorstellung machen, was Sie erwartet. Sollten Fragen offen sein, dann rufen Sie uns bitte an.

Rennrad

Gruppenreise

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Die Gruppengröße variiert je nach Reise.

Individual Reise

Alle Reisen, die mit diesem Symbol versehen sind, sind Individual Reisen. Das heißt hier navigieren Sie sich selber auf der Radtour ohne Guide und ohne Gruppe. 

Unsere Leistungsprofile sollen es Ihnen ermöglichen, einzuschätzen, ob Sie in der Lage sind, diese Rennradreise körperlich zu schaff en. Mit Ihrer Buchung melden Sie sich zu einer geführten Gruppen-Radreise an. Wir betonen hier die Gruppendynamik. In der Regel begleitet ein Rennradguide unsere geführten Rennradtouren. Der Rennradguide orientiert sich am Leistungsvermögen der jeweiligen Gruppenmitglieder. Dieses kann je nach Gruppe mehr oder weniger hoch sein. Der Guide ist immer bestrebt, die in der Ausschreibung genannten Touren durchzuführen und hinsichtlich des gefahrenen Tempos den bestmöglichen Kompromiss zu finden.

Sind Sie ein äußerst starker Radfahrer. Dann kann Ihnen das gefahrene Tempo möglicherweise zu langsam sein. Wir wollen Sie nicht ausbremsen und empfehlen daher äußerst starken Radfahrern Folgendes:
Sie sollten im Besitz eines Navigationsgerätes sein und evtl. auch von Kartenmaterial (min. 1:200.000). Mit den von Launer-Reisen zur Verfügung gestellten GPX-Dateien können Sie Ihrem Fahrspaß frönen und alleine oder mit ähnlich starken Fahrern vorweg fahren. Unser Rennradguide weist Sie zu Etappenbeginn in die Strecke mit Bushaltepunkten, Verpflegungsmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten und Ziel (Hotel oder Busverladepunkt) ein. Rennradguide und Busfahrer sind – wenn nötig und Telefonnetz vorhanden – telefonisch erreichbar.

Sind Sie der sportliche Typ, der es schafft auch am Berg den Gruppenschnitt zu übertreffen. Sie fahren in der geführten Gruppe ganz oder zeitweise mit und akzeptieren aus sportlicher Sicht ein weniger anspruchsvolles Fahren im Bewusstsein, sich für eine Gruppenreise entschieden zu haben.
Kürzere Anstiege fahren sie vorne in der Gruppe mit dem Rennradguide hinauf und warten am Scheitelpunkt auf den Rest der Gruppe. Bei längeren Anstiegen/Pässen fahren Sie Ihr eigenes Tempo und warten am Scheitelpunkt/Pass auf den Rest der Gruppe und den Rennradguide,
der lange Anstiege hinten fährt, um weniger starke Teilnehmer zu unterstützen und die Gruppe für den Fall von Pannen/Unfällen vor sich zu haben.

Sie sind der „Ausdauertyp“ (siehe 3 Räder): Für diesen Fall fahren Sie engagiert in der Gruppe das Tempo mit, das unser Guide unter Berücksichtigung
der jeweiligen Teilnehmer vorgibt.

sehr leicht

Auch für ungeübte Rennradsportler geeignet – Diese Leistungsgruppe haben wir nur im Programm, wenn wir parallel eine Trekking-Radgruppe anbieten, der Sie sich jederzeit anschließen können.

leicht

Für ungeübte Rennradfahrer mit etwas Kondition – Sie wollen nicht dauerhaft angestrengt Rennrad fahren sondern mehr die frische Luft, Land, Leute und Kultur genießen. Für diesen Fall fahren Sie, wenn in der Rennradausschreibung 2 Kilometerangaben stehen, in der Regel die kürzere Tour. Das bedeutet aber auch, dass Sie Etappen teilweise mit dem Bus überbrücken.

mittel – mittelschwer

Für geübte Rennradfahrer mit etwas Kondition – Bei dieser Tour sollten Sie vielleicht schon ca. 300 bis 600 Kilometer in den Beinen haben. Tagesleistungen bis 100 Kilometer werden vorausgesetzt. Höhenmeter bis 1500 möglich. „Sie sind eher ausdauernd. Sie können/wollen dauerhaft 23-25 km/h in der Ebene fahren und 500-650 hm/h steigen.

hoch – schwer

Für geübte und trainierte Rennradfahrer mit Kondition und regelmäßiger Betätigung. Bei dieser Tour sollten Sie mindestens 1000 bis 1500 Kilometer in den Beinen haben, damit die Tour Spaß macht! Wir gehen davon aus, dass Sie locker 5 Stunden oder auch mehr im Sattel sitzen können. Bergfahrten ob hinauf und natürlich hinunter bereiten Ihnen keine
Schwierigkeiten. Tagesleistungen bis zu 150 Kilometer sind hier keine Frage…Passerfahrung zwingend, Sie sollten in der Lage sein längere Steigungen mit min. 8/10 km/h zu fahren, Rennrad erforderlich, Fahren in der Gruppe wird erwartet, auch Windschattenfahren sollte kein Problem sein. Höhenmeter bis 2000 ab und zu auch darüber möglich. „Sie sind eher sportlich. Sie können/wollen dauerhaft 26-27 km/h in der Ebene fahren und 650-800 hm/h steigen.“

schwer – sehr schwer

Für ambitionierte Hobbysportler, mindestens 3 x wöchentliches Training wird vorausgesetzt. Hier gehen wir davon aus, dass 2000 Trainingskilometer als „Maßstab“ absolviert haben. Ebenso sollten Ihnen 6 bis 8 Stunden im Sattel richtig Spaß machen. Dann sind Sie hier richtig. Bergfahrten sind für Sie kein Thema. Hauptsache bergauf! Tagesleistungen bis 150 – aber auch darüber hinaus sind „normal“. Passerfahrung zwingend, Sie sollten in der Lage sein längere Steigungen mit min. 9/10 km/h zu fahren, Rennrad erforderlich, Fahren in der Gruppe wird erwartet, auch Windschattenfahren sollte kein Problem sein. Höhenmeter bis 3000 ab und zu auch darüber möglich. „Sie sind eher leistungsorientiert. Sie können/wollen dauerhaft 28 km/h und mehr auf der Ebene fahren und 800 hm und mehr in der Stunde steigen. „

Wenn Sie nicht die von uns vorgeschlagenen Kilometer haben, dann ist das oft kein Beinbruch, denn viele unserer Teilnehmer gehen regelmäßig zum Joggen und im Winter zum Langlaufen bzw. Skaten. Oder fahren sportiv Inliner. Dies ist eine gute Ergänzung zum Radsport, die sich natürlich in der Fitness wieder spiegelt.
Die Kilometerangaben bei den Schwierigkeitsgraden sind natürlich bei unseren Trainingslagern insbesondere im Frühjahr nicht so sehr wichtig. Sie gehen ja ins Trainingslager um Kilometer zu machen und um fit zu werden. Aber dennoch sollten Sie eine Jahresleistung der angegebenen Kilometer regelmäßig erreichen.