Wanderreise Zentralfrankreich

Wanderreise Zentralfrankreich

In der Auvergne und den Cevennen

9 Tage 02.10. - 10.10.2010

 

Das andere Frankreich: Vulkane und Rinder, spektakuläre Schluchten und einsame Hochplateaus. Wer denkt schon bei Frankreich an die Auvergne oder das Massif Central? Von den Cevennen hat man vielleicht schon einmal gehört, doch gehören auch sie zu den relativ selten bereisten Regionen in Frankreich. – Genau dort möchten wir mit Ihnen hin und diese äußerst beeindruckenden aber kaum bekannten Gegenden erwandern. Das Massif Central in Zentralfrankreich wartet mit Landschaftsformen auf, wie es sie kaum irgendwo in anderen europäischen Wandergebieten gibt. Und zum Wandern eignen sich die Auvergne und die Cevennen ganz hervorragend, bieten sie doch alles, was das Wandererherz begehrt! Lauschige, grünschimmernde Wälder, weite, fantastische Ausblicke, abgelegene Almen und Bergwiesen, tiefe Täler und hohe Berge, glitzernde Bäche und sprudelnde Flüsse (mit ihr unzähligen Quellen ist die Auvergne Frankreichs Wasserreservoir) und vor allem wunderschöne Wege und Wanderpfade. Als Termin haben wir uns die beste Reisezeit zum Wandern im Zentralmassiv ausgesucht: Anfang Oktober. Die Berglandschaften sind herbstlich gefärbt und wegen der tief stehenden Sonne in ein wunderbares Licht getaucht – mit oftmals toller Fernsicht.


Profil:
Die Tagesetappen von 4 bis 8 Std. Gehzeit und mit Anstiegen von bis zu 850 Höhenmetern führen über Wanderwege und Pfade durch mittelschweres, gelegentlich auch anspruchvolles Gelände. Dazwischen bleibt ausreichend Zeit und Muße für Besichtigungen am Wegesrand und geplante Besuche von Sehenswürdigkeiten wie einer eindrucksvollen Karsthöhle oder einer romanischen Kirche. Sie sollten über eine mittlere bis gute Kondition und erprobtes, knöchelhohes Schuhwerk verfügen. Das französische Zentralmassiv ist weitaus weniger schroff als die Alpen, dennoch gelangen wir bei unseren Etappen in Ausnahmefällen an steilere oder leicht ausgesetzte Stellen. Das Tagesgepäck wird jeweils im Daypack–Rucksack mitgenommen, auf manchen Etappen auch der Tagesproviant, da unser Bus nicht immer an unsere Wanderstrecke gelangen kann.

1. Tag: Frühmorgens mit unserem Bus Anreise durch das Burgund und an Clermont–Ferrand vorbei ins vulkanische Herz Frankreichs, die Monts Dore. Dieses Gebirgsmassiv ist der beeindruckende ’Rest‘ eines enormen Vulkankomplexes, der sich am Ende des Tertiärs gebildet hatte und einst dreimal so groß war wie der Vesuv. Einst, in grauer Vorzeit, wuchsen hier Lorbeerbäume und Bambushaine, und es gab Nashörner, Elefanten und Säbelzahntiger.

2. Tag: Von einem malerischen Städtchen mit dem poetischen Namen Besse–en–Chandesse (1018 m) wandern wir über eine Hochfläche (1230 m) hinüber in das von einer mittelalterlichen Burg dominierte Murol (830 m). Wer es an diesem ersten Wandertag zunächst langsam angehen lassen möchte, macht hier Schluss für heute (15km/4Std./200hm) und lässt sich bis zum Endpunkt der Wanderung in Saint–Nectaire im Bus mitnehmen. Doch ist es auch auf Schusters Rappen bis dorthin nicht mehr weit (6km/1,5Std.). In dem alten Dorf Saint–Nectaire lassen wir uns bezaubern von der 1160 in wunderschöner Lage in typisch auvergnatischer Romanik erbauten Kirche.

3. Tag: Heute erwartet uns mit der Wanderung über den 1885 Meter hohen Puy de Sancy schon die erste Königsetappe. Der Puy de Sancy ist nicht nur der höchste Berg der Monts Dore, sondern die höchste Erhebung Zentralfrankreichs überhaupt. Mit einer entsprechenden Aussicht! Bei sehr klarem Wetter, wie man es gerade im Herbst erleben kann, bietet sich ein Blick bis zu den französischen Alpen. Vom rund 1000 Meter hoch gelegenen Thermalkurort Le Mont–Dore geht es durch Wälder und vorbei an Almen mit Sennhütten (den sog. Burons) über den 1468 Meter hohen Pic du Capucin hinauf zum Gipfel des Puy de Sancy. Mit immer wieder neuen Blicken steigen wir nach einer ausgiebigen Pause auf der anderen Seite hinab in den am Lac des Hermines gelegenen Wintersportort Super–Besse (1350 m), wo uns unser Bus in Empfang nimmt (20km/7Std./845hm).

4. Tag: Der Vulkan, dessen Reste die Berge des Cantal bilden, war sogar noch gewaltiger als der der Monts Dore. 3000 Meter ragte er vor über 20 Millionen Jahren empor, bei einem Umfang von über 60 Kilometern. Das Cantal–Massiv gehört zu den schönsten Landschaften in ganz Frankreich. Busfahrt durch von Gletschern geformte Trogtäler und den Col de Serre hinauf zum Pas de Peyrol. Eine Fahrt der Superlative, denn dieser Pass ist mit 1582 Meter der höchste Straßenpass des Zentralmassivs und keine andere Straße der Auvergne bietet derart atemberaubende Ausblicke. Doch per Pedes wollen wir noch höher hinaus: auf den Gipfel des Puy Mary (1787m). Der Aufstieg ist beschwerlich, doch werden wir belohnt mit einem unglaublichen Rundblick über die strahlenförmig auseinander laufenden Täler des Cantal, die an den Vortagen erwanderten Gipfel der Monts Dore und die umliegenden Planèzes, die typischen, ansteigenden Hochebenen, die einst die Flanken der gigantischen Vulkane bildeten. Der nachfolgende Durchstieg der Brèche de Rolland erfordert die Zuhilfenahme der Hände. Über einen Kammweg ohne längere Anstiege geht es vorbei an einem weiteren Gipfel, den wir tatsächlich links liegen lassen, bevor wir vom Col de Cabre hinab wandern ins Tal der Santoire. Landschaftlich erinnert es hier an die Alpen. (18km/6Std./250hm)

5. Tag: Beinahe all unsere Wandertage sind Königsetappen, so auch die heutige und die morgige. Vom reizvoll gelegenen Kurort Le Lioran (1153m) steigen wir hinauf zum Col de Rombière, von wo sich wunderbare Ausblicke auf das Tal der Jordanne und die vulkanischen Bergkegel des Cantal bieten. Ein wenig weiter geht es dann noch hinauf zum Fuß des kargen, kegelförmigen Puy Griou (1579m). Wer möchte, kann den – allerdings etwas beschwerlichen – Aufstieg zum Gipfel über Vulkangeröll und phonolithisches Basaltgestein auf sich nehmen und von dort oben (1690m) den herrlichen Rundblick genießen. Ansonsten lässt man den Gipfelkegel einfach ’links liegen‘ und wandert gleich weiter zum Col du Pertus (12km/4Std./420hm). Wenn es Zeit und Kraft erlauben, wandern wir dann weiter auf wunderschönen, verschwiegenen Pfaden durch Wälder und vorbei an Almen und über mehrere zusammenhängende Gipfel ins einladende Tal der Gold führenden Jordanne (12km/4Std./300hm).

6. Tag: Noch immer sind wir im Zentralmassiv, doch ist die Landschaft in den Cevennen eine komplett andere, wie wir während unserer schönen Wanderungen durch diese vielfältige Landschaft erleben werden. Es beginnt gleich mit einem ’Paukenschlag‘: der atemberaubenden Tarnschlucht (Gorges du Tarn). Im Verlauf der Jahrmillionen hat sich der Tarn bis zu 600 Meter tief in die Causses, die aus Kalkgestein bestehenden Hochplateaus, hineingegraben. Vom malerischen Örtchen St.–Chely wandern wir etwas oberhalb des Tarn entlang. Vom Weg haben wir immer wieder schöne Ausblicke auf den Fluss. Manchmal verläuft der Weg unmittelbar am Ufer, bald führt er durch Wald und Schilf. In der Nähe eines romantischen Dörfchens steigen wir auf einem teilweise sehr schmalen, steinigen Pfad am Weiler Castéllos vorbei hinauf auf den Causse Méjean. Was für ein Kontrast! Plötzlich befinden wir uns auf einer weiten, kargen Hochebene. Nach beindruckenden Kilometern in dieser rauhen Landschaft, die einen ganz eigentümlichen Reiz offenbart, steigen wir in den Bus (8km/2:45Std./380hm) der uns mitten über den kahlen Causse Méjean zur fantastischen Tropfsteinhöhle Aven Armand bringt. Sie hat ungeheure Ausmaße. Die komplette Kathedrale Notre–Dame von Paris fände darin Platz. Mit einer Zahnradbahn geht es hinab in den Untergrund der Cevennen.

7. Tag: Vom hübschen Städtchen Florac aus machen wir heute eine Rundwanderung, bei der sich Landschaftsbilder von überraschender Gegensätzlichkeit bieten. Aus dem Tal des Tarnon mit seinen Wiesen, Weiden und Wäldern, uralten Dörfern und beeindruckenden Felsabbrüchen wandern wir hinauf in das menschenleere Hochland des Causse Méjean. Ganz unvermittelt öffnet sich der Blick auf das weite, baumlose Land nachdem uns der Pfad zwischen bizarren Felstürmen hindurch geführt hat (14km/5Std./550hm).

8. Tag: Zum Abschluss unserer kontrastreichen Wanderreise erkunden wir ein Kerngebiet der Kamisarden, der Hugenotten der Cevennen. Im sog. Kamisardenkrieg Anfang des 18. Jahrhunderts verhedderten sich die königlichen Truppen in diesem unwegsamen Gelände. Das wird uns nicht geschehen. Wir wandern durch alte Wälder und sind immer wieder beeindruckt von den weiten Blicken hinaus ins Land und den kahlen Cevennenfels. Dieser sorgt allerdings gelegentlich für steile und anstrengende Austiege (8km/3:15 Std./390m).

9. Tag: Nach dem Frühstück treten wir mit vielen Eindrücken im Reisegepäck die Heimreise an die Ausgangsorte an.


Leistungen

• Fahrt im Fernreisebus mit Wc, Klimaanlage, Bordküche, usw.
• 8 x Übernachtung/Halbpension in guten Mittelklassehotels in Zimmer mit Du/WC
• Gepäcktransport durch unseren Bus
• durchgehende Wanderreiseleitung/Betreuung
• Besichtigung Tropfsteinshöhle Aven Armand

Eventuelle Eintrittspreise sind nicht inbegriffen.

Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen

Reisepreis im Doppelzimmer   1140,00 €
Einzelzimmerzuschlag 240,00 €